Für Kroatien hat der Tourismus enorme Bedeutung. Der Umzug des Deutschland-Büros der Kroatischen Zentrale für Tourismus von Frankfurt nach Berlin soll dies unterstreichen, sagte dessen Direktor Roman Daghiccio anlässlich der Eröffnung mit Gästen aus Diplomatie, Wirtschaft, Politik und Medien in stattlicher Zahl, darunter eigens aus Zagreb der Direktor der Zentrale für Tourismus, Kristjan Staničić.
Mit der Berliner Präsenz in nagelneuen, zentral gelegenen Räumen an der Knesebeckstraße 62 - 63, gleich ums Eck vom Kurfürstendamm, sei man näher an der Politik, begründete Staničić den Umzug. Zu Kroatiens Wirtschaft trägt der Tourismus mit 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Wiederum 20 Prozent der Touristen kommen aus Deutschland, das damit zum wichtigsten Quellmarkt des Adrialandes zählt. Als „gefühlte Nachbarn“ bezeichnete Kroatiens Botschafter Gordan Bakota Deutschland daher in seinem Grußwort, und er fügte an, dass zudem eine Präsenz im Norden Deutschland ebenfalls wichtig sei, reise der größere Teil der Deutschen doch aus der südlichen Hälfte an. Und die Deutschen verweilen in Kroatien im Durchschnitt zwei Tage länger als der übrige Durchschnitt der Touristen, wusste Andres Kolbe aus dem Referat Tourismuspolitik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die deutsche Sympathie für das Adrialand noch statistisch zu untermauern.
Auf dieser Komfortablen Situation seines wichtigen Wirtschaftsfaktors Tourismus könnte Kroatien sehr zufrieden sein. Doch als bequemes Ruhekissen nutzt man es nicht, im Gegenteil, es ist Ansporn für die Weiterentwicklung und Verbesserung des touristischen Angebots. Von „Repositionierung“ sprach Romeo Draghicchio. Ganzjahrestourismus sowie ökologische und soziale Balance zählen zu dieser Strategie. Als Vorteile seines Landes nannte er zudem das hohe Infrastruktur- und Dienstleistungsniveau. Deutschen Touristen gilt hierbei, wie bereits erwähnt, das besondere Augenmerk, denn sie sind nicht nur kaufkräftig, sondern sehr treue Besucher mit einer hohen Wiederholer-Quote und überdurchschnittlicher Aufenthaltsdauer. Sie reisen auch gerne, so Draghicchio in seiner Marktanalyse weiter, außerhalb der Saison, womit sie perfekt zur Strategie des Ganzjahrestourismus passen. Zudem reisen sie, vor allem die Besuchermehrheit aus den südlichen Bundesländern, mit dem Auto an. So erklärt sich auch der recht hohe Anteil an Camping-Urlaubern und solchen, die Privatquartiere bevorzugen. Und was die deutschen auch schätzen: die hohe Sicherheit Kroatiens.
Diversifizierung bleibt gleichwohl angesagt. Sie betrifft das Angebot an Unterkünften über beliebte Familienhotels hinaus in Richtung oberes Preissegment. So zählen mittlerweile über jeweils ein halbes Dutzend Hotels zur Gruppe der „Leading Hotels of the World“ und der „Small Luxury Hotels oft he World“.
Zum anderen geht es darum, die landschaftliche Vielfalt Kroatiens zu präsentieren, bevorzugt doch ein großer Teil der Touristen die höchst reizvolle Adriaküsten mit ihrer reichhaltigen Inselwelt, die nicht zuletzt seit jeher bei Seglern sehr beliebt ist. So sollen die Reisenden auch die Reize des Binnenlandes erschließen. Naturerlebnisse sind bei deutschen Touristen sehr gefragt. Finden können sie dies z. B. in den Bergen oder den zwei Dutzend National- und Naturparks. Kroatien hat also für jeden Geschmack etwas anzubieten.
Dass der wichtige Wirtschaftszweig Tourismus auf dem richtigen Weg ist, belegen die Zahlen dieses Jahres. Von Januar bis Mai verzeichnete Kroatien bereits über 14 Millionen Übernachtungen, das sind sieben Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
2026-06-29


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