Fortaleza Sao Tiago Funchal Madeira
Fortaleza Sao Tiago schützte Madeira's Hauptstadt Funchal vor Piratenüberfällen

Madeira: eine Insel für alle Sinne

Warum das Savoy Palace in Funchal dieses Versprechen perfekt erfüllt.

Von Svetlana Alexeeva

 

Madeira, ein Garten Eden auf Erden? Das klingt nach Klischee, aber das blühende Eiland im Atlantischen Ozean spricht genau diese biblische Vorstellung an. Lorbeerwälder, exotische Pflanzen, bunte Blumen, tropische Früchte, Weinberge, Vulkanlandschaften, über 1800 Meter hohe Gipfel und malerische Meeresbuchten mit kristallklarem Wasser – nichts scheint hier an Naturpracht zu fehlen. Madeira ist nur 57 Kilometer lang und maximal 22 Kilometer breit, besaß aber, aufgrund seiner geografischen Lage, historisch gesehen, entscheidende strategische Vorteile. Auf dem Seeweg trennen die Insel von der Iberischen Halbinsel im Nordosten rund 1000 Kilometer. Die afrikanische Küste mit Marokko liegt circa 700 Kilometer östlich. Somit war die Eroberung Madeiras 1419 durch portugiesische Expediteure im Auftrag des damaligen Prinzen des Königreichs Portugal, Heinrich den Seefahrer, ein wahres Geschenk Gottes.

Der besagte Infante Dom Henrique, der als weitsichtiger Förderer von Entdeckungsreisen in der Kulturgeschichte Portugals – das in der frühesten Neuzeit ein Zentrum nautischen und kartografischen Wissens war – einen zentralen Platz einnimmt, ließ auf der Atlantikinsel sogleich einen Stützpunkt errichten. Damit war die Seeroute um Afrika herum nach Indien abgesteckt, um in den Handel mit fernöstlichen Gewürzen einzusteigen. Bis dahin waren es vor allem Händler aus der arabischen Welt, die den äußerst lukrativen Handel über den Landweg dominierten.

Frühe Neuzeit: strategischer Stützpunkt für Expeditionen nach Indien und über den Atlantik

Seit der Inbesitznahme 1419 durch die portugiesische Krone als unbewohntes Territorium spielte Madeira in der Geschichte der ruhmreichen Seefahrernation stets eine bedeutende Rolle. Die Insel entwickelte sich rasch auch zum bedeutenden Umschlagplatz im atlantischen Handel. Neu angebaute Pflanzen, darunter Zuckerrohr, verhalfen Madeira zum wirtschaftlichen Reichtum. Zucker, das weiße Gold, wurde nach ganz Europa exportiert. Die Zeit bis Mitte des 16. Jahrhunderts gilt als wirtschaftlich und kulturell reichste Epoche in der Geschichte Madeiras. Die hohen Erlöse aus dem Verkauf des Zuckers führten zu nie dagewesenen Investitionen in Kunst und Architektur. Damals war Funchal eine der reichsten Städte Europas.

Im 17. Jahrhundert folgte der Weinanbau, der vor allem das Interesse englischer Händler weckte. Durch Handelsverträge mit England wurde Funchals Hafen zwischen 1660 und 1704 zu einem Pflichtaufenthalt. Viele englische Händler gründeten hier Handelseinrichtungen, um Wein zu exportieren und errichteten auf der Insel ihren Wohnsitz. Noch heute ist der englisch-britische Einfluss auffällig spürbar und sichtbar, zum Beispiel an den altehrwürdigen Quintas, ehemaligen Herren- oder Gutshäusern. Ursprünglich nutzten vor allem wohlhabende Kaufleute auf ihrem Weg über den Atlantik, aber auch Lungenkranke auf der Suche nach heilsamer Luft die ländlichen Anwesen. Die Quintas, oftmals stilvoll eingebettet in üppige Blumengärten, mit jahrhundertealten Bäumen, Teichen und Grünflächen sind bis heute als Rückzugsort begehrt.

Kurort und Refugium für europäischen Hochadel

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stand die Atlantikinsel als Oase der Ruhe und Kurort zum Überwintern bei Prominenz und Hochadel Europas hoch im Kurs. Im Winter 1860 reiste Elisabeth, Kaiserin von Österreich, genannt Sisi, hierher, um sich vom anstrengenden Hofleben in dem ganzjährig milden Klima gesundheitlich zu erholen. Zu dieser Zeit war Madeira ein ziemlich weltabgeschiedener Vorposten auf der Seefahrtsroute nach Afrika und Südamerika. An Sisis Aufenthalt in Funchal erinnert heute eine Bronzestatue der jungen Kaiserin vor dem neuen Casino des brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer.

Belmond Reid's Palace in Funchal auf Madeira
Malerisch auf einem Kliff gelegen: Belmond Reid's Palace

An dieser Stelle beginnt auch das Hotelviertel, oberhalb der Altstadt von Funchal gelegen. Historisch gesehen ist seine prominenteste Adresse wohl das altehrwürdige Reid’s Palace. Die Idee dafür entsprang dem Kopf eines Schotten namens William Reid, der davon träumte, hier, weit weg von den kalten Wintern Nordeuropas, ein majestätisches Hotel zu erbauen. Die Lage auf einem ins Meer hinausragenden Kliff ist in der Tat erhaben. Und so hieß das Reid's seit der Eröffnung 1891 außerordentlich feine und aristokratische Gäste willkommen, darunter Mitglieder des britischen und der europäischen Königshäuser, Präsidenten, Politiker, Schauspieler und Künstler. Im Goldenen Buch des Hotels liest man Namen wie die der Kaiserin von Österreich, von König Edward VII., Prinzessin Stephanie von Monaco, George Bernard Shaw, Winston Churchill, Robert Falcon Scott und Rainer Maria Rilke.

Pracht und Poesie: das Savoy Palace in Funchal

Den Vergleich mit der historischen Nobelherberge braucht das benachbarte Fünf-Sterne-Savoy Palace nicht zu scheuen. Im Gegenteil lässt sich an dieser vielfach besonderen Anlage wunderbar studieren, wofür Madeira steht. Das Familienunternehmen Savoy hat auf der Insel, wo es derzeit sechs Hotels und Resorts betreibt, Tradition. Das neue Flaggschiff der Savoy Signature-Kollektion wurde 2019 gestartet und ragt nicht nur innerhalb der Savoy-Gruppe heraus, sondern setzt völlig neue Maßstäbe in der Insel-Hotellerie. Hier treffen eine zeitlose Eleganz der Belle Époque auf den Bohemian-Style, lässiger Luxus auf Geschichts- und Naturverbundenheit. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung wurde das Savoy Palace – das Mitglied bei The Leading Hotels of the World, einer Kollektion außergewöhnlicher und trendiger Hotels ist – mit einem World Travel Award in der Kategorie Portugal's Leading Luxury Hotel ausgezeichnet.

Savoy Palace in Funchal
Vom subtropischen Garten umgeben: das Savoy Palace

Die zentrale Lage an der Avenida do Infante in der Oberstadt ist ideal. Der Gast ist in wenigen Gehminuten im Herzen der Hauptstadt: in der Fußgängerzone Avenida Arriaga, an der Sé-Kathedrale, dem zentralen Praça do Município, dem Markt Mercado dos Lavradores oder der Marina, dem romantischen Yachthafen. Umgeben von einem üppigen subtropischen Garten blickt die inmitten dieser Oase befindliche Hotelanlage auf den Atlantik, die Marina und die grandiose Landschaft der perfekt geformten halbrunden Bucht von Funchal.

Virtuos: Design und Belle Époque-Interieur von Nini Andrade Silva

Die Idee hinter dem neuen Savoy war, ein Refugium mit entspanntem Luxus und Atlantikblick in der Nähe der Altstadt zu errichten. Dies ist den Eigentümern bravourös gelungen. Das liegt größtenteils an der genialen Entscheidung, für das Interieur Nini Andrade Silva und RH+ Arquitectos zu engagieren. Die preisgekrönte Designerin Silva, aus Funchal stammend, ist eine echte Virtuosin. Sie zählt zu den weltweit angesehenen Innenausstattern und stand bereits als kreativer Kopf hinter zahlreichen Hotelprojekten. Im Savoy Palace schuf sie mit einer Kombination aus eleganten, zeitlosen Elementen der Belle Époque und modernstem Interieur eine Hommage an Madeiras Geschichte und Traditionen.

Die öffentlichen Bereiche sind in leuchtenden Farben gehalten, weiche Formen symbolisieren Tiere und Pflanzen, Ornamente erinnern an Art Nouveau. Im glamourösen Foyer finden sich Blumen, Gemälde, Skulpturen und Möbelstücke, die an frühere Jahrhunderte und Madeiras Bräuche denken lassen. Inseltypische Details wie die berühmte madeirensische Stickerei, die Flechtkunst, der Weinbau, die Formen der historischen Bewässerungskanäle (Levadas) werden aufgenommen und innovativ interpretiert. Ein beeindruckender Kronleuchter und ein riesiger Spiegel kreieren eine ganz besondere Atmosphäre und vermitteln dabei ein intensives Gefühl von Raum, Pracht und Größe.

Lobby Bar im Savoy Palace in Funchal, Madeira
Die stylische Lobby-Bar

Wasserfälle schlängeln sich durch das gesamte Hotel, das 352 stylisch eingerichtete, geräumige Zimmer (alle mit Meerblick) sowie 44 Suiten und zwei Präsidentensuiten bietet. Der subtropische Garten mit der unfassbaren Zahl von 250 Pflanzenarten, davon sieben endemischen (einheimischen), verleitet zur Kontemplation. Die Außen- und Innenpools sowie der wahrhaft luxuriöse Spa- und Wellness-Bereich (ausgezeichnet mit dem World Spa Award als Portugals Best Spa 2021) auf 3.100 Quadratmetern Fläche versprechen Entspannung und Revitalisierung für den gestressten Stadtmenschen. Die gemütliche Bibliothek im Untergeschoss lockt zum Schmökern auf anmutigen Jugendstil-Sofas mit geschwungenen Sitzlehnen. Für Unternehmen hat das Savoy elf Meetingräume und ein Konferenzzentrum auf rund 1.760 Quadratmetern mit einer Maximalkapazität von 1.400 Personen im Angebot.

Man hat beinahe keinen Grund, die Anlage zu verlassen, denn sechs elegante Restaurants und sieben Bars erfüllen jeden Feinschmeckerwunsch. Besonders das Galáxia Skyfood und die Galáxia Bar mit großzügiger Dachterrasse und Außenpool im 16. Stockwerk versprechen ultimatives Relaxen und eine spektakuläre 360-Grad-Aussicht. In den Abendstunden ist der Aufenthalt im Rooftop-Bereich besonders reizvoll, wenn man sich beim Anblick der Bucht mit ihren tausenden bis in die Berggipfel funkelnden Lichtern wie verzaubert fühlt.

Galáxia Bar im Savoy Palace in Funchal, Madeira
Atemberaubend: 360-Grad-Blick vom Außenpool der Galáxia Rooftop-Bar

Es sind vor allem die Sinne, welche die „Insel des ewigen Frühlings“ – gelegen auf demselben Breitengrad wie die marokkanische Stadt Casablanca – auf eine wunderbare Weise anspricht: Aromen, Blumen, Gerüche, Farben, Kunst und Architektur. Dieses Empfinden wird nach einem Aufenthalt im außergewöhnlichen, eleganten und trendigen Savoy Palace umso stärker. Davon abgesehen ist es einfach ein idealer Ausgangspunkt, um die touristische Vielfalt der Insel zu erkunden. Und ein Deep-Dive in Madeiras Schätze lohnt sich allemal.

 

Mehr Informationen:

https://www.savoysignature.com/savoypalacehotel/en/

https://www.visitmadeira.pt/de-de/madeira/madeira

Kontakt:

Svetlana.Alexeeva@digital-insight.de

 

Audi

AKTUELLE AUSGABE

webseite-business_diplomacy_02_2022_cover_1240x1753_pixel.150x210.jpg

Herbst/Winter 2022

GASTBEITRAG
Hat Diplomatie ausgedient? Von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg

SICHERHEIT
Zeitenwende auch im Norden. Norwegens Botschafter Torgeir Larsen über neue sicherheitspolitische Herausforderungen und die norwegische Landgrenze mit Russland


ABONNEMENT

Möchten Sie BUSINESS & DIPLOMACY regelmäßig lesen?


MONATSBRIEF

Wenn Sie sich für unseren kostenlosen monatlichen Monatsbrief anmelden möchten, senden Sie bitte eine Nachricht.


LESER ÜBER UNS

Impressum | Datenschutzerklärung

© Diplomat Media Berlin 2017 —