Top Destinations in Asia

Von Dr. Werner Giersch

Der sehr aktive Deutsch-Asiatische Wirtschaftskreis (DAW), unter seinem Präsidenten Bodo Krüger, Honorargeneralkonsul von Nepal, befasste sich in einer Veranstaltung mit „Top Destinations in Asia“. In einem Grußwort verdeutlichte Norbert Noisser, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, die sehr guten Beziehungen zwischen Hessen und den vorgestellten Staaten. Kein deutsches Bundesland sei so international wie Hessen. Dies zeigt sich z.B. auch an der Bedeutung des Flughafens Frankfurt mit sehr vielen Verbindungen nach Südostasien, an der Internationalität der Messe Frankfurt, an der Tatsache, dass in Hessen über 200 Sprachen vertreten sind.       

Anschließend präsentierten Bodo Krüger Nepal, Dr. Syed Masum Ahmed Choudhury, Wirtschaftsattache an der Botschaft, Bangladesch, Ajit Pal Singh, Stellvertretender Tourismusdirektor, Indien, Generalkonsul Toferry Primanda Soetikno Indonesien, Margarita Valdes, Tourismusdirektor, Philippinen als touristische Ziele. Den Zuhörern war sicherlich vieles bekannt, aber auch einiges an touristischen Attraktionen und weiteren Fakten über die präsentierten Länder neu. Bis auf Nepal verfügen die anderen Destinationen über Strände. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass diese austauschbar sind. Hervorragende vergleichbare Strände gibt es auch in anderen Teilen der Welt, z.B. in der Karibik, in Afrika, in Südamerika. Gleiches gilt für die Unterwasserwelt. Überwältigt ist man vom unerschöpflichen kulturellen Reichtum der vorgestellten Ziele, sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Vergleich zu anderen Ferndestinationen aus europäischer Sicht. Wer weiß schon z.B. von Elefanten und Tigern in Nepal oder in Indien. Bei diesen Tieren denkt man eher an Afrika. Es ist daher von großer Bedeutung, dass die Destinationen ihre Unique Selling Propositions (USPs) klar herausarbeiten, um den potentiellen Gast wichtige Hinweise für seine Entscheidung zu geben, wo er „die schönste Zeit des Jahres“ verbringen möchte.

In der anschließenden Panel Diskussion unter der Leitung von Dr. Annette Biener, Tourismus und Congress, Frankfurt, wurde versucht,  Antworten u.a. auf die Fragen nach der Bedeutung des Tourismus in den einzelnen Ländern, nach der Sicherheit dort, nach Tourismus und Umwelt zu geben. Der Tourismus ist je nach Land von unterschiedlicher wirtschaftlicher Bedeutung, die generell zunimmt. So trägt der Tourismus z.B. auf den Philippinen bereits 12,7% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Nepal hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2020 2 Mio ausländische Gäste zu empfangen – ein  sehr herausforderndes Ziel nach 1,2 Mio Touristen im letzten Jahr. Die Frage nach der Sicherheit für die Touristen ist für alle Zielgebiete relevant. Z.B. wird auf den Philippinen keine Region vermarktet, die nicht sicher für Touristen ist. Generell wurde deutlich, dass trotz größter Anstrengungen Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, dass es Terrorismus weltweit gibt. 

Bei der Frage nach Umwelt und Tourismus unterstrichen alle Diskutanten, dass sich ihre Länder der Wichtigkeit dieses Aspekts bewusst sind. Es gibt Ministerien für Umwelt bzw. entsprechende Institutionen in allen Staaten. Beispiele für den seit drei Jahren gebräuchlichen Begriff „Overtourism“ gibt es auch in den präsentierten Ländern, z.B. Taj Mahal und Jaipur in Indien oder die bekannte philippinische Insel Boracay, die auf Grund zu hoher Touristenzahlen und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Umwelt für sechs Monate komplett für den Tourismus geschlossen wurde. Dem „Run“ auf den Mount Everest – die Bilder der Gipfelstürmer gingen um die Welt – muss Einhalt geboten werden. Der hohe Preis für die Besteigung reduziert offensichtlich nicht die Nachfrage. „Nepal muss lernen, wie der Everest-Tourismus zu mangen ist“, so Prof. Dr. Ajit Singh Sikand, ein auf Religionstourismus spezialisierter Experte. Auf die Frage, wie man dieses Phänomen in den Griff bekommen könnte, schlug er mit Augenzwinkern vor, Vorrausetzung für die Besteigung des höchsten Berges der Welt sollte sein, die anderen Achttausender in Nepal erklommen zu haben.         


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