Weinberge am Main im Fränkisch-Weinland, © FrankenTourismus/FWL/Hub
Weinberge am Main im Fränkisch-Weinland, ©FrankenTourismus

Wie Gott in Franken.

Eine Erlebnisreise durch die Haßberge und das Fränkische Weinland

Von Svetlana Alexeeva

 

Man muss nicht weit reisen, um Neues zu entdecken und dabei sinnliche Erlebnisse mit Aktivurlaub und Wellness zu verbinden. Die Schätze liegen vor der Haustür. Dazu gehört die Wein- und Kulturregion Franken, ein Geheimtipp für Genießer und Naturfreunde unter Deutschland-Reisen. Die Region hat viele Vorteile. Sie ist noch nicht touristisch überlaufen und liegt verkehrstechnisch gut erreichbar in der Mitte Deutschlands. Mit dem ICE ist man in nur drei Stunden von Berlin oder München aus dort. Vor Ort kann man ein Fahrrad leihen und sich auf den gut ausgebauten Radwegen zur Entdeckungstour begeben, um landschaftlich reizvolle Orte mit versteckten Ruinen zu entdecken, an denen man kaum anderen Menschen begegnet.

Dazu gehören insbesondere der Mittelgebirgszug Haßberge, der sich entlang des Flusses Main zwischen den Städten Bamberg, Schweinfurt und Coburg erstreckt. Der Naturpark Haßberge bietet mit seinen Tälern, sanften Hügeln und Wäldern eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna. Auch die Bedingungen für den Weinanbau sind ideal. Die Haßberge sind für ihre erstklassigen Weinlagen und vielfältige Rebsorten bekannt, die Region ist ein Teil des Weinlands Franken.

Zeil am Main, Haßberge, ©FrankenTourismus/HAS/Hub
Zeil am Main, Haßberge, ©FrankenTourismus/HAS/Hub

Jahrhundertealte Weinkultur

Franken blickt auf eine lange Tradition des Weinanbaus zurück, die bis ins 8. Jahrhundert reicht. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte der Weinbau seinen Höhepunkt, als die Anbaufläche mehr als doppelt so groß war wie heute. Damals gab es einen Unterschied zwischen dem eher dünnen Massenwein für die breite Bevölkerung und dem Messwein, der für den Gottesdienst in der Kirche produziert wurde. Heute bemühen sich die Winzer, qualitativ hochwertigere Weine auf einer deutlich kleineren Fläche herzustellen. Mit der Herausforderung des Klimawandels komme man auch gut zurecht, heißt es während der Gespräche vor Ort. Es gäbe zwar häufiger extreme Wetterereignisse, starke Trockenheit und veränderte Niederschlagsmuster, aber auch neue Anpassungsstrategien seitens der Weinbauer, denn "wenn es regnet, regnet es g'scheit viel", heißt es auf gut Fränkisch. Eine davon ist die Anlage von Querterrassen in den Weinbergen, statt sie traditionell in Falllinien von oben nach unten anzulegen. Dank dieser Methode kann das Wasser besser gespeichert und die Erosion vermindert werden.

Die Qualität und Vielfalt der Weine sind beachtlich. Überwiegend werden weiße Rebsorten angebaut, allen voran die Silvaner-Rebe. Es ist ein typischer Frankenwein, der sich durch Mineralität, Frische und Vielfalt auszeichnet und in der typischen bauchigen Flasche, dem Bocksbeutel, serviert wird. Der Bocksbeutel ist das Markenzeichen des Frankenweins und wird von der EU geschützt. Die Silvaner-Rebe wurde ursprünglich aus Österreich eingeführt und war deshalb als "Österreicher" in Franken bekannt. Auch Müller-Thurgau, Bacchus, Gelber Muskateller, Kerner und Scheurebe bereichern das Sortenspektrum der Weißweine. Bei den Rotweinsorten haben in den letzten Jahren Domina und Spätburgunder, gefolgt von Regent und Dornfelder sowie Schwarzriesling und Portugieser an Bedeutung gewonnen.

Die Winzer experimentieren auch mit neuen Sorten und Stilen, so zum Beispiel das Weingut Heigel in Zeil am Main, das seit 1659 besteht, oder der Winzerhof Schick im Abt-Degen-Weintal. In Zeil am Main, einem idyllischen Weinort, spiegeln die Weinberge mit ihren steilen Lagen und sonnenreichen Flächen die jahrhundertealte Tradition des Weinanbaus wider. Hinzukommen besondere Böden, die trocken sind und die Wärme gut speichern können. Die Bedingungen sind ideal für den Weinanbau, vor allem für die fränkischen Spezialitäten Silvaner und Müller-Thurgau. Der Ort ist ein beliebtes Ziel für Urlauber, die Weintourismus und Outdoor-Aktivitäten schätzen.

Wanderwege zu den "magischen Orten des Frankenweins"

Wer nicht nur die köstlichen Weine direkt beim Winzer probieren, sondern auch die Natur genießen möchte, kann eine Weinwanderung zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternehmen. Es lohnt sich dabei auf die Kennzeichnung „Terroir f“ zu achten. Es steht für „die magischen Orte des Frankenweins“, also Orte, an denen man die ganze Vielfalt der fränkischen Weinlandschaft erleben kann. Jedes der insgesamt 21 Terroirs f mit einem besonderen Ausblick über die Weinberge widmet sich einem eigenen Weinthema.

Wanderer im Naturpark Haßberge, Schlossberg Königsberg i.Bay. ©FrankenTourismus/HAS/Hub
Wanderer im Naturpark Haßberge, ©FrankenTourismus/HAS/Hub

Der Rundweg Abt-Degen-Steig führt durch die Weinberge und Dörfer des Maintals. Er ist benannt nach Alberich Degen, einem Zisterzienser-Abt, der nach den Wirren des 30-jährigen Kriegs in Zeil am Main geboren wurde und maßgeblich zur Verbreitung der Silvaner-Rebe in Franken beitrug. Ihm ist zu verdanken, dass Silvaner bis heute nachhaltig die fränkische Weinkultur prägt. Auf dem Steig erlebt man mittelalterliche Rebhänge und alte Winzertreppen, begleitet von geologischen Informationen und Ausblicken über das Maintal bis hin nach Bamberg. Der Weinparadiesweg, eine 19 Kilometer lange Strecke, führt durch ursprüngliche Landschaften, Naturschutzgebiete, und vorbei an Schlössern und Seen. Dieser Weg durch sanft gewellte Landschaften bietet Gelegenheiten für Pausen in bewirtschafteten Hütten und der Weinparadiesscheune.

Nicht verpassen sollte man die höchstgelegene Burganlage in den Haßbergen, die Ruine Bramberg. Die ehemalige würzburgische Amtsburg liegt eindrucksvoll auf einer Basaltkuppe 500 Meter über dem Main. Von der Aussichtsplattform kann man bis nach Fulda, bis in den Frankenwald oder ins Fichtelgebirge zum Schneeberg schauen. Inzwischen haben sich geführte Touren durch den Naturpark Haßberge und den nördlichen Steigerwald, begleitet von der Rangerin Katja Winter, als echtes Highlight etabliert. Katja bereichert die Wanderungen mit spannenden Geschichten und Fakten über die Geologie, Tier- und Pflanzenwelt und die Tradition des Weinbaus in der Region. Ihre fesselnden Geschichten machen die Touren zu einem wahren Erlebnis für alle Altersgruppen.

Rangerin Katja auf der Burgruine Bramberg
Rangerin Katja auf der Burgruine Bramberg

Fränkische Traditionen: Offene Weinhöfe, Heckenwirtschaften...

In Franken wird die Geselligkeit großgeschrieben. Besonders deutlich wird dies bei den zahlreichen Weinfesten, die immer von Mai bis Oktober stattfinden. Hier kann man in geselliger Runde verschiedene Weine und regionale Spezialitäten kosten und mit den Winzern ins Gespräch kommen. Ähnlich wie die Straußwirtschaft an der Mosel, der Buschenschank in Österreich oder das Rädle am Bodensee, sind die „Heckenwirtschaften“ in Franken rustikale, saisonal betriebene Weinstuben der Winzer, die einen authentischen Einblick in die fränkische Wein- und Lebenskultur bieten. Die fränkische Küche mit ihren bodenständigen Speisen wie Zwiebelkuchen, Käsespätzle, Krautwickel, Blaue Zipfel, Zwetschgenkuchen und Apfelküchle harmoniert perfekt mit den mineralischen Weißweinen und den fruchtigen, würzigen Rotweinen der Region.

Im Weingut Ilmbacher Hof in Iphofen an Kirchweih
Im Weingut Ilmbacher Hof in Iphofen vor der Kirchweih

...und die Kirchweih

Ein Höhepunkt des fränkischen Festkalenders ist die Kirchweih, ein mehrtägiges Volksfest, das sehr traditionell gefeiert wird. An einem Kirchweih-Wochenende laden offene Winzerhöfe, wie beispielsweise der Ilmbacher Hof in Iphofen im Fränkischen Weinland, zum Verweilen ein. Hier werden neben Bremser, Frankenweinen und prickelnden Sekten auch kulinarische Köstlichkeiten und musikalische Unterhaltung geboten. Die 1.300 Jahre alte Stadt Iphofen ist zudem ein interessantes Reiseziel. Die mittelalterliche Stadtmauer des einst bedeutenden bischöflichen Verwaltungssitzes mit ihren Türmen, Toren und Wehranlagen ist fast vollständig erhalten. Die malerischen Gassen laden zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein.

Eine sinnliche Welt abseits des Massentourismus

Eine Reise durch die Haßberge und das Fränkische Weinland ist ein Eintauchen in eine Welt voller Vielfalt, und sei es nur für einen Kurztrip. Besucher werden in eine Region entführt, die mit ihren mittelalterlichen Städten, verträumten Dörfern, idyllischen Landschaften entlang des Maintals und den malerischen Weinbergen verzaubert. Ob für Weinkenner, Naturliebhaber, Geschichtsbegeisterte oder Familien – Franken hält abseits des Massentourismus Erlebnisse und Aktivitäten bereit, die alle Sinne ansprechen.

 

Diese Reise wurde unterstützt von FrankenTourismus. Mehr Informationen unter: 

https://www.frankentourismus.de und https://www.franken-weinland.de.

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